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Wie über eine Situationship hinwegkommen? Erste Wochen

Kurz gesagt

Über eine Situationship kommst du leichter hinweg, wenn du die ersten Wochen nicht einfach mit Ablenkung überbrückst. Nimm dir jeden Tag ein paar Minuten und schreib auf, was dir genau fehlt und was du diesem Menschen gerade schreiben würdest. Ablenkung hebt zwar die Stimmung, an dem, was du fühlst, ändert sie laut einer Laborstudie aber nichts.

Das Ende hat meistens kein Datum. Es gab kein Gespräch, niemand hat einen Schlüssel zurückgegeben, und kaum jemand fragt, wie es dir damit geht. Was bleibt, ist eine Lücke im Tag: die Uhrzeit, zu der sonst eine Nachricht kam, und der Griff zum Handy, der ins Leere geht.

Um diese Lücke geht es hier, und darum, wie du die ersten Wochen mit ihr verbringst.


Warum tut das Ende einer Situationship so weh?

Das Ende einer Situationship tut weh, weil Bindung aus gemeinsamer Zeit und Nähe entsteht, nicht daraus, wie man etwas nennt. Und von außen sieht kaum jemand den Verlust. Du trauerst um etwas, das es offiziell nie gegeben hat, ohne Anlass und ohne Abschied, den du vorzeigen könntest.

Bei einer Trennung fällt irgendwann der Satz, der alles beendet. In einer Situationship werden die Nachrichten oft nur seltener, bis irgendwann keine mehr kommt. Deshalb fühlt es sich lange nicht nach einem Ende an, und du wartest weiter auf ein Zeichen.

Am größten ist die Lücke dort, wo dieser Mensch einen festen Platz in deinem Alltag hatte, beim Gruß am Morgen oder bei der Nachricht nach der Arbeit. Warum dieser Kummer so selten ernst genommen wird, beschreibe ich im Artikel über Liebeskummer ohne Beziehung. Was eine Situationship von einer Beziehung unterscheidet, steht in Was ist eine Situationship?


Warum hilft Ablenken bei Liebeskummer nicht?

Ablenken hilft bei Liebeskummer nur für den Moment. In einer Laborstudie von Langeslag und Sanchez (2018) fühlten sich frisch getrennte Menschen durch Ablenkung zwar besser, ihre Gefühle für die Person blieben aber genauso stark. Ablenkung ist also eine Pause. An der Lücke selbst ändert sie nichts.

Sport, Verabredungen, ein voller Kalender: Diesen Rat bekommen bei Liebeskummer fast alle. In deutschen Forenbeiträgen beschreiben Betroffene genau das, was auch die Studie zeigt. Es hilft, solange man beschäftigt ist, und sobald es ruhig wird, ist alles wieder da. Nach dem Sport ist die Lücke noch genauso da.

Noch weniger bringt es, die Gedanken wegzudrücken. Wegner et al. (1987) baten Versuchspersonen, fünf Minuten lang nicht an einen weißen Bären zu denken. Es gelang ihnen nicht, und danach dachten sie sogar öfter an den Bären als Menschen, die von Anfang an an ihn denken durften. Die Studie ist alt und handelt von einem Bären, nicht von Liebe. Ich zitiere sie trotzdem gern, weil das Prinzip passt: Was du wegschiebst, kommt zurück.

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Was hilft in den ersten Wochen nach einer Situationship?

In den ersten Wochen hilft es, der Lücke einmal am Tag bewusst Zeit zu geben, statt sie den ganzen Tag zu stopfen. Schreib ein paar Minuten auf, was fehlt, und benenne das Gefühl möglichst genau. Wenn du einen Tag auslässt, machst du am nächsten einfach weiter.

Lieberman et al. (2007) zeigten im Hirnscanner: Wer ein Gefühl benennt, dämpft damit die Reaktion der Amygdala auf belastende Bilder. Ein guter Grund, beim Schreiben genau zu werden. „Mir geht es schlecht“ ist zu ungenau. Mit „Ich vermisse die Nachricht am Morgen“ kannst du etwas anfangen.

Drei Dinge kannst du ausprobieren. Schreib die Nachricht, die du schicken willst, ins Notizbuch und lass sie einen Tag liegen. Halte fest, wann die Lücke am stärksten spürbar ist. Und wenn ihr euch weiterhin über den Weg lauft, schreib nach jeder Begegnung zwei Sätze auf. Meldet sich dieser Mensch wieder, hilft dir Situationship: warum dieser Mensch sich immer wieder meldet weiter.

Forschung Lieberman et al. (2007, Psychological Science, 18(5), 421–428) arbeiteten im fMRT mit emotionalen Bildern, nicht mit Liebeskummer. Die Studie erklärt den Mechanismus, nicht das Schreiben danach.

Sieben Tage als Anfang

In der ersten Zeit ist schwer auseinanderzuhalten, ob du diesen Menschen vermisst oder das, was daraus hätte werden können. Die Frage „Was wäre, wenn“ stellt sich in diesen Wochen ohnehin. Du kannst ihr genauso gut einen festen Ort geben und sie dort zu Ende denken.

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Wenn du zuerst wissen möchtest, wo du gerade stehst, ist der kostenlose Check-in der bessere Anfang. Er stellt dir vier Fragen und zeigt dir danach, welches Journal zu deiner Lage passt. Dazu bekommst du per E-Mail das Mini-Journal „Bevor du die Nachricht abschickst“.


Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert Liebeskummer nach einer Situationship?

Dafür gibt es keine belegte Dauer, und ich würde dir keine nennen, die ich nicht belegen kann. Es kommt darauf an, wie viel Platz dieser Mensch in deinem Alltag hatte und ob ihr euch weiterhin seht. Hilfreicher als ein Datum ist die Frage, ob die Lücke von Woche zu Woche kleiner wird.

Ist Ablenkung bei Liebeskummer schlecht?

Nein. Bei Langeslag und Sanchez (2018) hob Ablenkung die Stimmung, und das ist etwas wert. Nur an den Gefühlen für die Person änderte sie nichts. Deshalb ersetzt sie das Hinschauen nicht.

Soll ich nach einer Situationship den Kontakt abbrechen?

Abstand macht die ersten Wochen oft leichter, aber nicht immer ist er möglich, etwa wenn ihr zusammenarbeitet oder denselben Freundeskreis habt. Dann hilft es, Begegnungen kurz zu halten und danach aufzuschreiben, was sie ausgelöst haben.

Wann reicht ein Journal nicht mehr aus?

Wenn du über Wochen kaum schläfst, deinen Alltag nicht mehr schaffst oder keinen Ausweg siehst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Ein Journal ist ein Werkzeug für Klarheit und ersetzt keine Therapie.

Quellen

  • Langeslag, S.J.E. und Sanchez, M.E. (2018). Down-regulation of love feelings after a romantic break-up: Self-report and electrophysiological data. Journal of Experimental Psychology: General, 147(5), 720–733. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28857575 (abgerufen am 13. Oktober 2026)
  • Wegner, D.M., Schneider, D.J., Carter, S.R. und White, T.L. (1987). Paradoxical effects of thought suppression. Journal of Personality and Social Psychology, 53(1), 5–13. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3612492 (abgerufen am 13. Oktober 2026)
  • Lieberman, M.D., Eisenberger, N.I., Crockett, M.J., Tom, S.M., Pfeifer, J.H. und Way, B.M. (2007). Putting feelings into words: affect labeling disrupts amygdala activity in response to affective stimuli. Psychological Science, 18(5), 421–428. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17576282 (abgerufen am 13. Oktober 2026)

Simone Pleifer, MSc

Simone Pleifer, MSc, ist die Gründerin von Journals by Simone und hat das System für emotionale Klarheit in vier Phasen entwickelt. Sie hat einen MSc in Ernährungswissenschaft und vierzehn Jahre Erfahrung in der pharmazeutischen klinischen Forschung. Ihre Arbeit verbindet wissenschaftliche Genauigkeit mit emotionaler Tiefe, für Menschen in heimlicher Liebe, in Situationships und mit unausgesprochenen Gefühlen. Derzeit entwickelt sie eine Supplement-Linie als Ergänzung zu diesem System.

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